Die Ferien waren gerade angefangen, als wir uns aufmachten
mit den Fahrrädern nach Eckernförde zu kommen.
Früh mussten wir schon unser Gepäck zum Gerätehaus
bringen oder auch bringen lassen, um dann selber ungefähr
eine Stunde später mit dem Fahrrad von dort aus losfahren
zu können. Wir hatten sehr viel Glück mit dem
Wetter, es war an diesem Morgen angenehm warm und so ging
es los Richtung Mettenhof, Kronshagen und immer weiter.
Lang war unsere Fahrradkolonne und unser Jugendwart Jens
Kock hat die Führung übernommen, da er den Weg
zum Campingplatz schon sehr gut kannte. Nach der ersten
gefahrenen Stunde machten wir im Schatten eine Pause. So
mancher erfrischte sich durch sein Getränk und so fuhren
wir nach einer 15 Minuten langen Pause weiter. Viel Reden
konnte man nun leider nicht, wenn man hintereinander fuhr
und man stets im Kopf den Gedanken hatte, wie lange dieser
Kampf wohl noch dauern würde. Nach einer Weile endlosen
Strampelns auf dem Fahrrad kamen wir bei der ersten Essensstation
an. Dort wurden uns von den Fahrern Äpfel und Bananen
gereicht, die wir sehr dankbar annahmen und sogleich verzehrten.
Wir haben uns endlich wieder ein wenig unterhalten können,
ehe wir dann erneut uns auf den Weg machten. Bis zum erreichen
des Campingplatzes und einschließlich der Pausen die
wir gemacht haben, haben wir ungefähr drei Stunden
gebraucht, wenn nicht sogar ein wenig mehr.
Es ging eine Welle der Motivation durch die Jugendfeuerwehrmitglieder,
als wir das Meer sahen und schließlich die Einbiegung
zum Campingplatz. Die letzten zehn Minuten ging es fast
nur noch bergab und wir konnten die frische Luft endlich
so richtig genießen.
Unser Platz war groß, eine schöne Grünfläche
und das schönste war, dass am Vorabend tüchtige
Feuerwehrmitglieder schon die Zelte für uns aufgebaut
hatten und wir sogleich, nach der Annahme unserer Sachen
und nach dem Abladen des Milchwagens, unsere Zelte beziehen
konnten. Aufgrund der hohen Anzahl bei den Jungs, mussten
drei unserer Betreuer hinten auf der Ladefläche des
Milchwagens ihre Schlafstätte beziehen.
Von nun an sollte das Wetter die nächsten 8 Tage auch
gut sein, wir hatten keinen Grund uns zu beklagen, nur in
der letzten Nacht regnete es ein wenig.
Schnell waren der Küchenplan und der Wachdienst besprochen,
die eingeteilten Mitglieder informiert.
Auch den nächsten Tag durften wir uns entspannen und
faul in der Sonne liegen, einige waren sogar schon am Strand
und testeten die Ostsee. Drei Mal wurden wir von unserem
Koch Amin Stolpe, der jeden Tag tatkräftig von den
Betreuern Helge Krzoska und Claudia Wöhlk, sowie dem
Küchendienst unterstützt wurde, bekocht, auch
wenn es manchmal sehr ausgefallene Kreationen gab.
Dann kam der Tag, an dem wir Besuch auf unserem Platz bekamen.
Eine wilde Horde von Jugendlichen, die mit ihrem Sportkurs
zum Surfen hergekommen waren, machten sich breit. Nicht
nur auf der Wiese, sondern auch durch stark alkoholische
Getränke, die sie auch in manchen Nächten einigen
Mitgliedern laut präsentierten. Seit diesem Tag hatten
wir 5 Tage keine Ruhe mehr, nächtliche „Autorennen“
über den Platz, sowie Techno oder HipHop, der über
den gesamten Platz hallte und so manchen von uns eine schlaflose
Nacht bereitet hat. Wir konnten uns auch leider nicht vor
selbst gesungenen Liedern retten, mit denen so mancher der
„Surferboys“ sein Talent unter Beweis stellen
wollte. Doch es gab auch entspannte Momente, z.B. bei den
Fußballspielen, die unsere Nachbarn organisiert haben
oder so mancher staunte auch beim Frisbee spielen über
die Geschicklichkeit, die diese Leute an den Tag legten.
Doch wir haben natürlich unsere Zeit nicht nur in
der Sonne, sei es auf der Wiese oder am Strand, verbracht.
Am dritten Tag haben wir erneut einen Weg von 15km hinter
uns gelassen und haben die Fabrik WECO besucht, in der schon
seit vielen Jahren Feuerwerkskörper hergestellt werden.
Es war beeindruckend endlich mal sehen zu können, wie
diese Raketen hergestellt werden, die wir Jahr für
Jahr alle selber in den Himmel schießen. Nur sollte
man nicht zu lange sich dort aufhalten, wo die Schwefelgerüche
immer stoßweise einen ins Gesicht geweht werden. Einige
von uns hatten auch das Glück und durften mit einem
sehr hohen und großen Stapler nach ganz oben zwischen
die riesigen Palettenreihen fahren und wieder hinunter,
so manches Auge strahlte vor Freude. Voller Begeisterung
verließen wir das Werk wieder und machten uns auf
den langen Weg wieder zurück zum Zeltplatz.
Nach langer Beredung konnten wir zwei Tage später
erreichen, dass wir alle mit dem Mannschaftstransportwagen
zum Wellenbad nach Eckernförde gefahren wurden und
wir nicht noch nach dem Schwimmen und dem Stadtbummel wieder
mit dem Fahrrad zurückfahren müssten. Fast drei
Stunden verbrachten wir im Wellenbad und sehr viele Male
rutschten wir die Wasserrutsche hinunter um sogleich wieder
nach oben zu laufen und erneut zu rutschen. Wir waren überrascht,
wie die Betreuer aufblühten und sichtlich Spaß
daran hatten mit uns im Wasser herumzuplanschen. Nachdem
wir das Schwimmbad verlassen hatten, führte uns unser
Weg in die Innenstadt, wo wir uns dann in Gruppen aufteilten
und die Stadt erkundeten. So mancher Eckernförder mag
sich noch an eine dieser Gruppen erinnern, die zusammen
mit ihrem Betreuer die Innenstadt und natürlich auch
die dazugehörigen Läden unsicher gemacht hat.
Später trafen wir uns alle wieder und gelangten mit
Hilfe des Busses wieder zurück, wo auch die meisten
erschöpft auf ihre Schlafplätze fielen.
Am Sonntag wurden wir etwas früher geweckt, denn es
hieß Zelte aufräumen, die Eltern kommen am Nachmittag.
Alles wurde vorbereitet und alle freuten sich, vertraue
Gesichter zu erblicken und natürlich auch auf den Spießbraten,
der am späteren Nachmittag folgen würde. Die Stimmung
war fröhlich, als die ersten Gäste eintrafen und
schnell entstanden viele Gespräche, doch jeder hatte
wohl im Hinterkopf, wie lange der Braten noch über
dem offenen Feuer schmoren müsse, bis man ihn endlich
zu sich nehmen kann. Nach dem leckeren Essen war es dann
auch schon wieder Zeit Abschied zu nehmen, doch nicht für
lange, in zwei Tagen stand die Rückreise an.
Schließlich kam der Tag der Abreise, in der Nacht
hatte es geregnet und nach einer sehr langen Diskussion
wurde beschlossen, dass wir nicht mit dem Fahrrad nach Hause
fahren mussten, sondern mit Unterstützung eines Fahrzeuges
nach Hause gefahren wurden. Zuvor hieß es allerdings
noch: Sachen packen, Zelte ausräumen, Zelte zusammen
bauen, Fährräder, Zelte und schließlich
alles andere aufladen. Dabei bekamen wir noch mal die Unterstützung
von zwei aktiven Feuerwehrmitgliedern, die ebenfalls in
der Feuerwehr waren und sich netterweise bereit erklärten
uns zu helfen und den Arbeitswagen mit den ganzen Sachen
von einem Ort zum anderen brachten.
Am Gerätehaus begann die Arbeit wieder von vorne,
wir mussten alle Sachen abladen und sauber machen und schließlich
die Zelte aufhängen. Nach knapp 7 Stunden Arbeit waren
wir alle glücklich und konnten endlich wieder nach
Hause.
Doch eine Sache sollte man nicht außer Acht lassen,
zwei Jugendfeuerwehrmitglieder mussten leider aufgrund einer
Verletzung, die sich beide an verschiedenen Tagen auf der
Hüpfburg zufügten, nach Hause fahren.