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 10. Juli 2006 
     
     
 
Brandschutzerziehung in der
Uwe-Jens-Lornsen-Schule
 
 
Ausklang mit Alarm
 
Hammer - Mit Feuereifer bei der Sache waren die 110 Kinder der Uwe-Jens-Lornsen-Schule in Hammer, als es in den vergangenen Tagen rund ums Thema Brandschutz ging. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Kiel klärte Brandschutzerzieher Michael Klemm von der Freiwilligen Feuerwehr Russee alle fünf Klassen für jeweils anderthalb Stunden über die Gefahren des Feuers und das richtige Verhalten im Falle eines (Brand-)Falles auf. „Das Interesse war riesig", berichtet Schulleiterin Sibylle Kilian, nach deren Angaben die Mädchen in dieser Hinsicht den Jungen in nichts nachstanden.
 
So war es auch beim zweiten Teil der Aktion, als sechs Russeer Feuerwehrmänner mit drei Fahrzeugen und reichlich Ausstattung auf dem Schulhof vorfuhren, um die wichtigsten Arbeitsgeräte der Experten fürs Löschen, Retten, Bergen und Schützen zu zeigen.
 
Zum Abschluss des Projekts Brandschutzerziehung gab es gestern für die ganze Schule noch einen simulierten Feueralarm, bei dem alle Kinder und Lehrerinnen ganz schnell und trotzdem möglichst geordnet das Gebäude verlassen mussten. Tatsächlich waren die kleinen Hammeraner in Windeseile im Freien, taten dabei aber nach Meinung von Berufsfeuerwehrmann Michael Krohn teilweise des Guten fast zu viel. „Nicht laufen, sondern gehen", empfahl er für die nächste Übung. Komme es nämlich im Gefolge von allgemeiner Rennerei zu Stürzen, dann drohe nicht nur Chaos, sondern echte Gefahr für Leib und Leben.
 
Uniformierte Hilfe zur Brandschutzerziehung bieten die Berufsfeuerwehr und die zehn Freiwilligen Kieler Feuerwehren allen Kindergärten und Grundschulen der Stadt an. Denn klar ist für Michael Klemm: „Mit diesem Thema sollte so früh wie möglich begonnen werden."
 
Wer entsprechende Dienste in Anspruch nehmen möchte, kann sich an die Berufsfeuerwehr (Telefon 5905-174) oder die für seinen Stadtteil zuständige Freiwillige Feuerwehr wenden.
(mag)
 
  Aus: Kieler Nachrichten vom 30.06.2006, mag  
 
Foto mag
 
 
 
 
Schule geräumt, Socken dreckig
 
Russee - Schnell waren die Schüler der Jens-Uwe-Lornsen-Schule in Russee, nachdem sie die Alarmklingel gehört hatten: Zwei, höchstens drei Minuten brauchten sie, um bei einer „Räumungsübung" unter der Aufsicht von Vertretern der Feuerwehr ihre Schule zu verlassen. Wie sich die 110 Grundschüler und ihre Lehrerinnen dabei verhalten sollten, hatten sie vorher mit der Berufsfeuerwehr Kiel und der Freiwilligen Feuerwehr Russee geübt. Michael Klemm von der Russeer Wehr hatte dafür jede der fünf Klassen der Schule besucht, um jeweils eineinhalb Stunden lang mit den Kindern zu erarbeiten, wie man Brände verhindert, und wie man sich verhält, wenn doch ein Feuer ausbricht. „Wir hatten dabei auch Einsatzkleidung und Atemschutzmaske mit. Damit haben wir Frau Kilian verkleidet", erzählte Michael Klemm. Sibylle Kilian ist die Schulleiterin. Dank ihrer Vorstellung in voller Feuerwehr-Einsatzmontur wissen die Kinder jetzt, dass ein Feuerwehrmann wie ein merkwürdig zischender Außerirdischer wirken kann, wenn er im Ernstfall durch einen verqualmten Raum zu ihnen kommt, um ihnen zu helfen.
Insgesamt sechs Beauftragte der Freiwilligen Feuerwehren kümmern sich in Kiel darum, auf Anfrage von Kindergärten und Schulen Brandschutzerziehung zu leisten. Neben Unterrichtsstunden gehört dazu meist auch ein Besuch bei der Feuerwehr, um Fahrzeuge und Ausrüstung aus der Nähe kennen zu lernen.
In der Jens-Uwe-Lornsen-Schule haben die Besuche von Michael Klemm offenbar gefruchtet: So hielten sich die Schüler der zweiten Klasse nicht lang damit auf, beim Verlassen ihres mit Teppich ausgelegten Klassenraums die Schuhe anzuziehen - sie kamen kurzerhand auf Socken oder barfuß auf dem Sammelplatz am Sportplatz an. „Wenn wir die Schuhe erst anziehen, kann sich das Feuer in der Zeit schon verbreitet haben", erklärten die Kinder. Natürlich wissen sie auch, dass sie in verqualmten Räumen auf Händen und Füßen kriechen sollen, weil weiter oben die giftigen Rauchgase im Raum hängen.
Bei einer Begehung der Jens-Uwe-Lornsen-Schule
vor dem Probe-Alarm hatte Michael Krohn von der Berufsfeuerwehr Kiel auch auf die Bedeutung von Brandschutz-Zwischentüren hingewiesen: Sie Verhindern ein schnelles Ausbreiten von Rauchgas und Feuer und dürfen darum niemals mit Keilen oder auf andere Weise offen gehalten werden. „So ein kleiner Keil kann Tote kosten", warnte Michael Krohn.
Bei der Räumungsübung in der Jens-Uwe-Lornsen-Schu¬le ging alles glatt - allenfalls waren die Socken der Zweitklässler hinterher etwas schmutziger als vorher. (kst)
 
  Aus: Kieler Express vom 05.07.2006  
 
Foto kst
Manöverkritik: Schulleiterin Sibylle Kilian, Michael Krohn und
Michael Klemm waren zufrieden mit dem Verlauf der „Räumungs-
übung".
 
PfeilPfeilPfeil Kieler Nachrichten online
 
 


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