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 9. April 2007 
     
     
 
Feuersbrunst auf Akkerboom
 
 
Wieder traf es die Kulturscheune des Hofes in Mettenhof
 
Kiel - Die Kulturscheune vom Hof Akkerboom ist in der Nacht zum Sonnabend bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das reetgedeckte Gebäude stand bereits lichterloh in Flammen, als gegen 1.30 Uhr die Feuerwehr in Mettenhof anrückte. Mehr als 80 Einsatzkräfte waren bis zum Morgen mit den Löscharbeiten beschäftigt. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.
 
Von Frank Behling
 
Für viele der Einsatzkräfte kamen am Sonnabendmorgen Erinnerungen an den 21. Dezember 2002 auf. Damals war die Kulturscheune trotz massiven Einsatzes der Feuerwehren schon einmal völlig zerstört worden. Auch diesmal konnten die Einsatzkräfte nicht viel ausrichten. „Der Feuerschein war schon von weitem zu sehen, da brauchten wir gar nicht erst nach der Hausnummer zu schauen", sagt Einsatzleiter Stefan Plücker. Sofort rückten neben der Berufsfeuerwehr auch mehrere freiwillige Wehren, darunter Kräfte aus Russee, Suchsdorf und Wellsee an.
Da die Flammen bereits meterhoch aus dem gerade erst renovierten Dach loderten, konzentrierten die Löschmannschaften ihre Arbeit voll auf den Schutz der zwei benachbarten Reetdachhäuser. Eine Drehleiter wurde zwischen Kulturscheune und Tenne postiert. Vier Strahlrohre gingen in der Gasse zwischen der Kulturscheune und der benachbarten Scheune sowie einem Wohnhaus in Position. „Wir wollten unbedingt verhindern, dass die Flammen auf die anderen Gebäude übergreifen konnten". Und mit mehr als sechs Strahlrohren sowie der Drehleiter gelang den Feuerwehren dieses Vorhaben. Dabei wurden die benachbarten Reetdächer ebenfalls mit Wasser feucht gehalten.
Wie schon nach dem ersten Großfeuer im Dezember 2002 stand auch an diesem Sonnabendmorgen nur noch das verkohlte Dachgerippe über der Kulturscheune. Bei dem Großfeuer entstand nach vorsichtigen Schätzungen ein Sachschaden von mindestens 300000 Euro. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Die Kriminalpolizei sperrte den Brandort ab, damit ab heute Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen können. Brandstiftung ist aber nicht ausgeschlossen.
Das 1952 gebaute Gebäude war von 1998 bis 2001 mit Mitteln des Landes aufwändig restauriert und zu einem Ausstellungsgebäude umgebaut worden. Wie es mit der Kulturscheune weitergeht, muss sich nach Abschluss der Brandermittlungen zeigen. Der Hof gehört seit fast 100 Jahren der Stadt Kiel und wurde bis 1981 auch als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Geführt und betreut wird das Ensemble aus verschiedenen Gebäuden heute von dem Verein Hof Akkerboom e.V. Vertreter des Vereins waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

 
  Frank Behling, Kieler Nachrichten 02.04.2007  
 
 

 

 
  Fotos Frank Behling, Kieler Nachrichten 02.04.2007  
 
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